Reise 2025 nach Maziamu

Im Juni 2025 haben sich Albert Kikalulu und Jürgen Vosen aus der Kirchengemeinde Frechen zusammen mit Frank Groyen aus Königswinter aufgemacht, um nach Maziamu zu reisen und dort unsere Freunde zu treffen. Von dieser Reise hat Jürgen Vosen - der Initiator der Spendenaktion "Ein Traktor für Maziamu" - einen Bericht für eine Zeitung in Frechen verfasst, den wir nachfolgend veröffentlichen dürfen.


August 2025 | von Jürgen Vosen

Ein erfolgreiches Schulprojekt in dem abgelegenen Ort Maziamu im Westen der Demokratischen Republik Kongo feiert 10jähriges Jubiläum

Wie kann mit Hilfe eines Traktors diese Schule unterstützt werden?

Collége St. Victor Zanguluka Maziamu

Vor 10 Jahren, am 20.04.2015 hat sich in Königswinter der Verein zur Förderung christlicher Schulprojekte in Maziamu e.V. gegründet. Mit dem Leitsatz “Bildung verändert Leben. Hoffnung beginnt in Maziamu!“ hat der Verein den Aufbau einer weiterführenden Schule organisiert und umgesetzt. In seiner Zeit als Kaplan in den Kirchengemeinde Königswinter-Tal konnte Albert Kikalulu Gemeindemitglieder für dieses Projekt begeistern. Neben dem Bau der Schulgebäude und der Einrichtung der Klassenräume finanziert der Verein Maziamu e.V. darüber hinaus im Rahmen seiner Möglichkeiten Lehrerstellen, begleitet Entwicklungsprojekte rund um die Schule und ermöglicht so Kindern den Zugang zu Bildung, die sonst keine Chance hätten. “Gemeinsam mit Menschen vor Ort und engagierten Unterstützern aus Deutschland bringen wir Wissen, Zukunft und Würde nach Maziamu.“

Bereits ein Jahr nach der Vereinsgründung war der erste von nachfolgend 6 weiteren Bauabschnitten fertig und im September 2016 konnte schon der Schulbetrieb in 2 Klassenräumen aufgenommen werden. Heute stehen 3 getrennte Schulgebäude mit insgesamt 18 Klassenräumen für die Unterrichtung der Schüler zur Verfügung. Derzeit wird ein viertes Gebäude mit folgenden Unterteilungen gebaut: ein Bürozimmer für den Rektor, eine Bibliothek, ein Konferenzraum für die Lehrer, ein Unterrichtsraum als Nähatelier und zur Aufnahme der Nähmaschinen, sowie ein PC-Raum, in dem in die Technik der neuen Medien eingeführt werden. Auf dem Dach dieses neuen Gebäudes soll eine Photovoltaik (PV)-Anlage installiert werden zur Versorgung der elektronischen Geräte im PC-Raum, aber auch der elektrischen Nähmaschinen im Unterrichtsraum des Nähateliers.

Die bestehenden Schulgebäude werden bereits mit einer PV-Anlage mit Speicher versorgt, die auf einem Dach eines der Gebäude installiert ist. So können auch heute schon alle Klassenräume beleuchtet werden können.

Die Lernerfolge der Schüler können sich sehen lassen und die Schulanlage ist gepflegt und in einem guten Zustand. Damit genießt dieses erfolgreich umgesetzte Schulprojekt in Maziamu und in der erweiterten Region großes Ansehen in der Bevölkerung. Die allgemeinen Fächer werden vertieft durch praktisches Umsetzen in den Fachrichtungen: Hauswirtschaft, Datenverarbeitung, Handwerk und Landwirtschaft.

Im Sommer 2025 wird der 3. Jahrgang einen Abiturabschluss machen können.

Das Unterrichtsangebot wurde in den Nachmittagsstunden - vergleichbar mit unserer VHS -inzwischen auch auf Erwachsene erweitert.

Anmerkung des Vereins hierzu: “Heute ist aus der einstigen Idee eine Schule geworden, die Hoffnung gibt. Ein Ort des Lernens für Jung und Alt, der Gemeinschaft und der Zukunft. Wir wissen: Es bleibt viel zu tun. Aber wir schauen dankbar zurück – und voller Zuversicht nach vorn!“

24 engagierte Lehrer unterrichten in unterschiedlichen Fächern über 200 Schüler. Doch die erwartete staatliche Finanzierung der Lehrergehälter ist bisher ausgeblieben.

Landwirtschaft hilft zur nachhaltigen Finanzierung?

Um zu einem eigenen finanziellen Ausgleich beizutragen, wurde schon vor einigen Jahren begonnen, eine erworbene größere landwirtschaftlich Fläche mit Gemüse zu bepflanzen. Die Erntemengen und der damit verbundene Verkauf sind aber noch nicht so groß, dass sie einen spürbaren Beitrag zur Finanzierung des Schulbetriebes leisten können.

Mit Hilfe eines Traktors sollen die zu bewirtschafteten Flächen nun erweitert und damit die Ernteerträge gesteigert werden. Auch an einer Verbesserung des schlechten Wegenetzes kann der Traktor mit seinen Anbauten helfen, um z.B. den Weg zum Markt der 30km entfernten Stadt Feshi befahrbarer zu gestalten.

Zu diesem Zweck wurde Ende 2024 mit der Unterstützung des Kirchengemeindeverbandes Frechen in einer Spendenaktion ein Container in den Kongo geschickt. Im Container verstaut waren ein: Traktor ausgerüstet mit einem Frontlader mit Schaufel und zum Wechseln Palettengabeln, mit etlichen Ackergeräten als Zubehör und einem zugekauften 3 Seiten Kipper (Anhänger). Der Container war bis auf den letzten freien Raum gefüllt mit Schulmaterial, Gartengeräten, Werkzeugen jedweder Art, Nähmaschinen, eine Kleider- und Schuhsammlung in verschiedenen Größen, Stoffe und alles was vor Ort benötigt wird.

Nach einer langwierigen Einfuhrabwicklung ist der Container Anfang Juni 2025 endlich in der Provinzhauptstadt Kikwit angekommen. Kikwit ist zugleich die Heimatdiözese von Kaplan Kikalulu und die dort ansässige Caritasstation hat eine eigene Auto- und LKW-Werkstatt. Im Kongo haben die Priester oft einen weiteren zivilen Beruf und so ist ein Mitbruder von Kaplan Kikalulu zugleich auch Meister und Leiter dieser Werkstatt. In nur einem halben Tag war der zuvor auseinandergenommene Traktor aus dem Container herausgeholt und fahrbereit zusammengebaut worden.

Der Traktor mit all seinem Zubehör und dem übrigen gespendeten Inhalt des Containers wird nun nach und nach auf die rund 210km lange Reise zur Schule in die Siedlung Maziamu gebracht.

Bei einem Besuch anlässlich der Feierlichkeiten zum 10jährigen Bestehens des Vereins Schule für Maziamu konnten sich die Reiseteilnehmer ein Bild von der Bewirtschaftung der zur Verfügung stehenden landwirtschaftlichen Flächen machen. Auf dem rund 100ha großen Grundstück - dies entspricht rd. 250 Fußballfelder – sind schon einige ansehnliche Pflanzungen entstanden. So gibt es Felder mit Ananas, Erdnüssen, Süßkartoffeln, Salate, Bohnen, Paprika, Zwiebeln und Tomaten. Auf den größeren Feldern standen Hirse, Maniok und Mais, der bei unserem Besuch schon abgeerntet war. Maniok und Mais werden getrocknet, gemörsert und dann zu einer Art Klos verarbeitet, Fufu genannt, eines der Grundnahrungsmittel der Kongolesen. Auch entdeckten wir vereinzelt Ölpalmen, Bananen-, Mango-, Maracuja-, Papaya- und Orangenbäume. Vor 2 Jahren wurde ein Feld mit Kaffeepflanzen angelegt. Die gepflanzten Stauden – später werden es bis zu 3m hohe Bäume - blühen auch schon, so dass es dieses Jahr eine erste Ernte geben kann. Ein hoher Grundwasserspiegel bietet sowohl für die Bewirtschaftung von Fischteichen, oder alternativ für die Anlage von Reisfeldern ideale Voraussetzungen.

Um die großen Savannenflächen für die vielfältigen Bepflanzungsmöglichkeiten vorzubereiten, wird der Traktor eine große Hilfe sein. Aber ergänzend kann er sowohl für den Transport der Ernten, als auch für alle weiteren Güter im Siedlungsgebiet Maziamu und darüber hinaus von großem Nutzen sein. Da es in diesem Gebiet keine Transportfahrzeuge gibt, können neben dem Einsatz in der Feldwirtschaft, zusätzliche Einnahmen mit der Durchführung von Transporten, so z.B. Baumaterialien erzielt werden.

In einer Rückbetrachtung war unsere rd. 18 tägige Reise im Juni 2025 mitunter zwar abenteuerlich, aber sowohl vom Klima als auch von den Begleitumständen her gut zu meistern. Ein begeisterter Empfang in Maziamu und eine beeindruckende Jubiläumsfeier zum 10-jährigen Bestehen des “Vereins Schule für Maziamu e.V.“ bleiben unvergessen. Eine baulich so solide Schulanlage fernab von Einkaufsmöglichkeiten von Baumaterial in einer so kurzen Zeit zu errichten, findet meine höchste Anerkennung.

Wir sind aufgeschlossenen und sehr hilfsbereiten Menschen begegnet, mit denen es trotz sprachlichen Barrieren ein freundschaftliches und herzhaftes Miteinander gab.

Mit dem perfekten Reiseleiter und Organisator Dr. Albert Kikalulu und seiner uns vom ersten bis zum letzten Tag umsorgenden Geschwister fühlten wir uns in seiner Großfamilie, sowohl in der Hauptstadt Kinshasa als auch in Kikwit immer gut aufgehoben.

Bloemcheswies

Weitere Information zur Aktion "Ein Traktor für Maziamu" der Bewegung "Bloemcheswies" in Großkönigsdorf finden sie hier: